Robert Maier

Dipl. Ing. FH, Budopädagoge 6. Dan Aikido, Revival Facilitator, Motivation Coach

Bin ich als Kampfkünstler Experte für Gewalt, für Krieg und Frieden? Was sind eigentlich meine Beweggründe, was ist die tiefere Intension, dass ich mich mittlerweile schon über 40 Jahre sehr intensiv mit Kampfkunst beschäftige?

Nun, als ich mit 16 Jahren gleich ins beinahe tägliche Karate-Training einstieg, das war meine Rettung damals, half mir über schwere Pubertäts- und Adoleszenzkrisen hinweg. Diese waren verursacht von vielen Misserfolgen in der Schule, von einzelnen Lehrern, die mir vermittelten, ein letztendlich ungenügender junger Mensch zu sein. Drei Klassen habe ich wiederholt, die Fünfte, die Achte und die Elfte. Dann musste ich vom Gymnasium gehen, da ich „zu alt“ war. Meine vielen erworbenen Schulnarben beschäftigten mich noch in Träumen bis weit in meine 40er Lebensjahre hinein: Immer wieder bin ich daran gescheitert, das Abitur zu machen. Eine Wiederholungsschleife. Obwohl ich mein Fachabitur mit Auszeichnung bestanden hatte und einen Abschluss als Diplom Forstingenieur FH in der Tasche hatte, also eigentlich kein Abitur mehr brauchte. So wirkt Schule! Damit ging ich auf die Suche nach dem inneren Frieden. Das war die erste Motivation in der Kampfkunst, gemäß dem „DO“ / Weg-Prinzip innerlich stark zu werden. Im Äußeren lernte ich zu Lernen, machte Konzentrations- und Gedächtnistrainings. Schulisch half das nur sehr bedingt. Es folgte konsequenterweise die Kriegsdienstverweigerung mit dem Zivildienst im Rettungsdienst. Dort die Begegnung mit dem plötzlichen Tod, das immer weiter Lernen, mit dem Berufsabschluss des Rettungssanitäters. Als Vorbereitung auf das Studium das Lernen nicht verlernen. Dann folgte fast ein halbes Jahr Aikido in Japan, als Hausschüler eines Großmeisters. Vorzeitiger Abbruch des Studienaufenthaltes, um einen der begehrten Plätze zum Studium der ökologischen Forstwirtschaft in Weihenstephan einzunehmen. Numerus Clausus kein Problem! Dort allerdings beinahe nebenbei das „draußen in der Natur“ – Studium absolviert. Aikido war wichtiger. Dies war auch schon eine „Ernte“ nach 11 Jahren intensivem Karate- und später Aikidotraining: ich hatte mittlerweile ein enormes Konzentrations- und Gedächtnisvermögen, gepaart mit einer großen äußeren Ruhe erworben. „Nichts ist so schlimm, wie das Training und Leben, allein im Iwama Aiki-Dojo in Japan“. – Viele Jahre lang hat mir diese, meine persönliche Erfahrung, über vielerlei Schwierigkeiten und Lebenskrisen hinweg geholfen. Die eigentliche faszinierende Herausforderung durch das Aikido-Studium ist jedoch der vom Begründer formulierte Anspruch, nicht nur unbesiegbar, sondern unangreifbar zu werden. Das wäre dann unendlicher Friede… ein doch zunächst sehr abstrakter Anspruch. Dem tieferen Studium dessen steht aber die Sprachbarriere entgegen, nicht nur, was originale japanische Quellen betrifft, sondern auch die Sprache des Begründers, welche die der Mystik ist und damit auch für den Normal-Japaner unverständlich bleibt. So habe ich vor fast Dreißig Jahren auch noch das Studium der abendländischen Mystik aufgenommen und gelernt, dass der wahre Frieden der innere Frieden ist. Frieden ist daher keine Technik, sondern eine (Bewusstseins-) Einstellung – frei nach Mahatma Gandhi. Nach O-Sensei Ueshiba muss man nur in der Mitte der „Schwebenden Himmelsbrücke“ stehen. Dieser Mitte versuche ich mich anzunähern. Und vielleicht gelingt es hier in den Bergen, dem Himmel etwas näher, leichter, den wahren inneren Frieden zu erfahren!? Mal sehen, wer mich wohl auf dieser Reise begleiten mag…

This website is using cookies to improve the user-friendliness. You agree by using the website further.

Privacy policy