Macht euch die Erde untertan…

Der Mensch als Treuhänder der Schöpfung

Der Mensch ist Krone und Herr der Schöpfung, so heisst es. Daher hat er das Recht, nach Gutdünken frei darüber zu verfügen. Mensch ist man aber nicht einfach, man muss es erst werden. MENSCHWERDUNG nennt man den Entwicklungsweg, welchen die Natur für uns angelegt hat. Findet dieser Prozess nicht statt, bleibt der Mensch roh, impulsiv und egozentrisch, wie ein Kleinkind. Er nimmt sich jeden Moment das, was er will oder braucht. Das ist sein Naturrecht. Nur, auf dieser rohen, unkultivierten Stufe bedeutet dies eben auch Faustrecht – das Recht des Stärkeren. Doch der Mensch ist nicht nur ein individualistisches, sondern auch ein soziales und kulturelles Wesen. In einer gesunden Umgebung, unter förderlichen Bedingungen halten sich die individuelle und die kollektive Phase der menschlichen Existenz die Waage. Um den Egozentrismus einzugrenzen wurden Kollektive, d.h. Gesellschaften gegründet, welche gemeinschädigendes Verhalten mit Regeln und Gesetzen negativ sanktionieren und so das Faustrecht einschränken. Natürlich gibt es dieses auch weiterhin, nicht nur als individuelles ‚(Ego-)Überlebens- programm‘, sondern auch kollektiv, zwischen Gesellschaften. Das nennt man dann Krieg.

Und so haben die Gesellschaften auch die Verwaltung der Schöpfung, sprich Ressourcen, übernommen, quasi in Treuhandschaft für ihre Mitglieder. Gute Treuhandschaft bedeutet, dass die Substanz gut verwaltet, nicht gefährdet und die Erträge gerecht verteilt werden müssen, um den natürlichen Versorgungsanspruch, den jedes Lebewesen in der Schöpfung gottgegeben durch bloße Existenz (Geburt) erhalten hat. Als Naturrecht!

Verantwortungsabgabe

Schon seit Längerem verwaltet unsere Gesellschaftsleitung – Politik und Wirtschaft als gewählte oder gelassene Treuhänder  – die Schöpfung offensichtlich nicht nachhaltig und gerecht. Im Wirtschaftsrecht hat ein (Vermögens-)Treuhänder das Recht, 10% für seine gute Leistung einzufordern. Diesen „Zehnten“ gab es sehr lange in unseren Gesellschaften. Heute ist die sogenannte „Staatsquote“ viel viel höher und es herrscht trotzdem Mangel(bewusstsein). Dieses System ist schon lange nicht mehr gerecht und es arbeitet auch nicht gut im Sinne des Erhalts der Schöpfung. Schon gleich gar nicht im Sinne künftiger Generationen. Es beutet sogar uns aus, im „Hamsterrad“. Ja, wir beuten uns und die Schöpfung, dessen untrennbarer Teil wir ja sind, sogar selber aus! Das nennt man dann ‚Bildung‘ und ‚Zivilisation‘. Das ist schon lange nicht mehr förderlich für alle. Was tun? Dagegen ankämpfen? Keine Chance! Wir haben unsere Macht und die Verantwortung abgegeben. Und wir bestätigen das regelmäßig immer wieder – durch unsere Einlassung auf das System und unsere freie Wahl!

Selbstermächtigung

Doch wir können etwas tun, in unserem kleinen, persönlichen Rahmen. Egal, ob uns etwas gehört oder ob es uns (zeitweise) nur zur Verfügung gestellt wird (z. B.: durch Miete) oder ob es verlassen wurde. Jederzeit können wir dafür wieder die volle Verantwortung und damit schöpfungs- ursprüngliche Treuhandschaft übernehmen! Das ist der Punkt, an dem es anfängt, dass alles sich ändert. Denn, jede Gesellschaft, jedes Kollektiv besteht aus Individuen. Und: ändert sich der Einzelne, so ändert sich damit das Gesellschaftssystem und die kollektive Ordnung zwangsläufig. Schritt für Schritt. Mensch für Mensch. Wir müssen wieder in die persönliche Verantwortung gehen und sagen: „Das mache ich jetzt einfach mal und kümmere mich.“ Natürlich verzichten wir damit auch auf Sicherheit, auf (materielle Ver-)Sicherung. Wer hat denn heute noch wirklich  ‚Staatsvertrauen‘ – Vertrauen in Politik und Wirtschaft?

Materie UND Geist

Wir sollten Sicherheit nicht mehr ausschließlich im Außen, im Materiellen suchen: Mal Innehalten! Innenschau betreiben und sich damit vergeistigen! Ja, das ist das größte Ungleichgewicht des Menschen, das zwischen Materie und Geist. In der Entwicklung des geistigen Wesensanteils des Menschen steckt sein größtes Potenzial. Allein durch Bewusstsein (bewusst sein) wird er zur ‚Krone der Schöpfung‘, zum guten Treuhänder der Schöpfung. Und einfach dazu erhält der Mensch Grund, Halt, Sicherheit, Auf-Gehoben-Sein:

GOTTVERTRAUEN

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